Deutscher Zahnärztetag 2019 - AKs und Fachgesellschaften
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AKs und Fachgesellschaften

Freitag, 08.11.2019
Zahnärztinnen im Blickfeld der Ergonomie (Spektrum 1)
Arbeitsgemeinschaft für Ergonomie in der Zahnheilkunde (AGEZ)
09:00-09:05
09:05-09:25
Sind Maschinen männlich? Aus der Erfahrung von vielen Analysen der Industrie-Design-Produkte kann
ich sagen, dass die meisten Entwickler von Anlagen männlich sind. Aus diesem Grund sind auch die
Fähigkeiten und das Erlernte dieser Personen für die Entwicklung grundlegend eingesetzt. Ein mentales
Modell ist die Summe aller Erfahrungen zu einem bestimmten Zeitpunkt, die zusammen mit dem
Erlernten ein bestimmtes Wissen oder Herangehensweise an eine Situation darstellen.
Das mentale Modell eines Entwicklers prägt somit das Produkt, das er erstellt. Das bedeutet, ein groß
gewachsener Mann wird die Produktentwicklung stärker in seinem Fokus sehen. In vielen Anlagen die
wir analysiert haben, können wir das bestätigen. Leider werden bei der Produktentwicklung oftmals
nicht die Produktnutzung und die Nutzergruppe ausführlich analysiert. Es gibt Produkte, wo dies
hervorragend geklappt hat, wie man am Beispiel des iPhones sieht. Das bedeutet, jeder Mensch hat
ein eigenes mentales Modell, mit dem er an Dinge heran geht.
Wie kann nun eine weibliche Nutzerin mit diesen männlichen Maschinen umgehen. Die
Anthropometrie der beiden Geschlechter ist in den meisten Fällen unterschiedlich und leider werden
diese anthropometrischen Perzentile, die sich international noch mehr unterscheiden, nicht wirklich
studiert. Des Weiteren sind die jüngeren, durch die Akzeleration im Größenwachstum, noch erheblich
anders gebaut - Stichwort Biomechanik.
Nicht der Mensch muss sich an die Maschine, sondern die Maschine muss individuell an den Mensch
anpassbar sein.
09:25-09:50
Der Frauenanteil unter den Studierenden der Zahnmedizin hat im letzten Jahrzehnt stark zugenommen.
Demzufolge beträgt der Anteil von Zahnärztinnen in der Altersgruppe bis 35 Jahren heute bereits
etwas mehr als 60%. Aus Sicht der zahnärztlichen Ergonomie ist dies eine interessante Entwicklung,
die besondere Aufmerksamkeit erfordert. Der Vortrag setzt sich mit einigen Aspekten dieser
Entwicklung auseinander.
Ausgangspunkt ist die Anthropometrie von Frauen im Vergleich zu Männern und deren Einfluss auf
die berufliche Tätigkeit von Zahnärztinnen. Hierbei kommen Aspekte wie Belastung, Belastbarkeit,
Stress und Work-Life Balance schnell ins Spiel, die in der Darstellung derer Konsequenzen für ein erfülltes
Arbeitsleben mündet. Abschließend zeigen die Ergebnisse der Studie von Karin Hjalmers
(2006) zum Thema "Good work for dentists-ideal and reality for female unpromoted general practice
in a region of Sweden" wie die Arbeitsbedingungen von Zahnärztinnen im Angestelltenverhältnis darauf
Einfluss nehmen.
Der Vortrag zeigt, dass es sich bei den Zahnärztinnen tatsächlich um eine Gruppe handelt, die unsere
besondere Aufmerksamkeit verdient!
09:50-10:20
Die physischen Auswirkungen des Sitzens sind vielfältig und individuell unterschiedlich ausgeprägt. Die
Sitzhaltung hängt in großem Maße von der Konstitution, Kondition und dem Geschlecht ab. Der
Vortrag betrachtet im Ansatz genderdifferenziert die Funktion des Beckenbodens während der
zahnärztlichen Tätigkeit
Wie unterschiedlich wirkt sich bei Mann und Frau die sitzende Tätigkeit auf den Körper aus? Gibt es
genderspezifische Merkmale? Welche Maßnahmen korrigieren nachhaltig die gewohnte Sitzhaltung?
Lassen sich die beanspruchten Strukturen durch Training entlasten? Welche technischen
Möglichkeiten bieten sich zur Unterstützung an?
10:20-10:30
Pause
10:30-11:00
Das Geschlecht ist eine der wichtigsten biologischen Determinanten des Lebens. Die Stressreaktion hat
einen Einfluss auf unser körperliches und psychisches Wohlbefinden und beeinflusst ebenso unsere
Fähigkeit, Emotionen zu regulieren. Männer und Frauen unterscheiden sich subjektiv, physiologisch
und neuronal in ihrer Stressreaktion. Beispielsweise externalisieren Männer Stress häufiger in Ärger
und feindseligem Verhalten, wohingegen Frauen Stress eher internalisieren und dabei Emotionen wie
Angst oder Traurigkeit hochkommen. Zudem berichten Frauen eher von sozialen, zwischenmenschlichen
Themen als stressvolle Ereignisse, wie beispielsweise der Furcht, von anderen negativ bewertet
zu werden. Physiologisch zeigen Männer eine stärkere Reaktion des Stresshormons Kortisol als Frauen
und einen Anstieg von Testosteron in Stresssituationen. Bei Frauen unterscheidet sich die Kortisolreaktion
auch in Bezug auf ihren Zyklus (sie ist geringer in der follikulären Phase und bei Pilleneinnahme).
Auf neuronaler Ebene aktivieren Frauen in Stresssituationen Regionen für Emotionsverarbeitung und
Emotionsregulation, wohingegen Männer Regionen des Belohnungssystems aktivieren.
Soziale Techniken und subjektive Fähigkeiten, um die Stressreaktion zu regulieren, sind sinnvoll, um
Erkrankungen, die auf ein hohes Stresslevel zurückzuführen sind, zu reduzieren.
11:00-11:20
Der Übergang vom Studium in den Beruf kann für Berufsanfänger belastend erlebt werden. Bereits im
Studium ist das Stresserleben bei Studierenden, speziell der medizinischen Fächer, gegenüber der Allgemeinbevölkerung
erhöht. Eine erhöhte Stressbelastung wiederum fördert die Entstehung von Erkrankungen,
wie beispielsweise Depressionen.
Der Vortrag stellt die Entwicklung des Stresserlebens von Zahnärztinnen und -ärzten in der Zeit vor
dem Staatsexamen bis in die ersten Berufsjahre dar. Ausgewertet wurden Daten einer longitudinalen
Studie, die im mixed-methods Design angelegt war. Darin wurden angehende Zahnärztinnen und -ärzte
in einer Vollerhebung an allen 30 zahnmedizinischen Fakultäten in Deutschland im 9. und 10. Semester
ihres Studiums (Wintersemester 2014/15) befragt und erneut zwei Jahre später (2017) in der Assistenzzeit.
Zu beiden Zeitpunkten wurden Stresserleben, die Work-Life-Balance und die Depressionsneigung
erhoben.
Während sich das Studium stressreich darstellt und eine ausgeglichene Work-Life-Balance in der Regel
nicht erreicht wird, ist bereits etwas weniger als ein Jahr nach Berufsbeginn das Stresserleben für die
Mehrheit der Befragten gering. Maßnahmen zur Verbesserung des Verhältnisses zwischen Verausgabung
und Belastung sollten daher in erster Linie im Studium ansetzen.
11:20-11:50
Als Zahnärztin ergonomisch zu arbeiten, setzt Mut voraus. Wieso? Eigentlich sollte doch die Zahnärzteschaft
selbst an einer gesundheitsfördernden Arbeitshaltung bzw. Umgebung, die Krankenkassen an
einer Senkung der Krankheitskosten und auch die Patienten an einer der Präzisionsarbeit förderlichen
Position ihres Zahnarztes ein Interesse haben. In der Realität bedeutet es aber, gegen viele Widerstände
seine Vorstellungen von Ergonomie voranzutreiben. Als Studentin wird man nur durch einen
glücklichen Zufall an das Thema geführt, als wissenschaftliche Mitarbeiterin fallen Vorschläge in diese
Richtung nicht unbedingt auf fruchtbaren Boden, als Angestellte Zahnärztin muss man sich meist mit
den Arbeitsbedingungen arrangieren, die man vorfindet, und als Niederlassungswillige stößt man bei
Dentaldepots auf zuckende Schultern und margenorientierte Beratung.
Der Vortrag will ermuntern, den eigenen Weg zur Ergonomie zu finden, denn es gibt keinen vorgefertigten
Plan. Jeder muss für sich selbst einen Weg finden und der Weg ist das Ziel.
11:50-12:20
Die geistigen, emotionalen und natürlich auch körperlichen Wege in der zahnärztlichen Berufsausübung Mann versus Frau werden in der traditionellen chinesischen Sichtweise mit den energetischen Kriterien von Yin und Yang und ihrem Wandel im TaiChi-Prinzip vorgestellt. Die energetische (Qi) Einordung des Gegensatzpaares von Yin und Yang, deren Zuordnung zum Alltag, und die von TaiChi als sich Bedingen von Unterschieden werden als Basis erklärt. Nicht nur beim Multitasking, auch bei Emotionen und Beziehungsfähigkeit (Herzfeuer) liegen Frauen oft in der Pole-Position im Rennen mit den Männern. Ihre Vorteile in der Beziehungsarbeit mit den Patienten und im Assistenzteam wiegen aber die zurückhaltende Vertretung eigener Interessen und das konkurrierende familiäre Engagement nicht immer auf.
12:20-12:50
Mittagspause
12:50-13:20
Die persönlichen Biografien verändern sich, der Anteil der Zahnärztinnen wird höher, neue gesetzliche
Vorgaben lassen andere Formen der Berufsausübung zu.
Der Anteil älterer Menschen wird größer. Deutliche Wanderungstendenz in die Metropolregionen.
Medizinische Versorgungsprobleme im ländlichen Bereich.
Diese Stichworte zeigen, dass die Entscheidung für eine Form der Berufsausübung komplizierter wird,
aber auch neue Möglichkeiten bietet.
Das Referat bietet Anregungen, die berufliche Entwicklung zielgerichtet zu gestalten und dabei die
jeweils optimale Berufsausübungsform zu wählen.
13:20-13:40
Nicht mehr lange und die (jungen) Frauen werden die Mehrheit der Zahnärzteschaft in Deutschland
stellen. Existenzgründerinnen finden aber zumeist die tradierten Vorbereitungen vergangener
"Männerwelt" vor. Es gilt, zumal in Mehrbehandlerpraxen, die Bedingungen zu harmonisieren.
Möglichkeiten gibt es viele - welche sind die richtigen für den Einzelfall? Ein Versuch zu Denkanstößen.
13:40-14:00
Die zahnärztliche Profession wird zunehmend weiblicher. Dies zeigen die Statistiken der Universitäten
auf globaler Ebene. In einigen Ländern üben schon heute mehrheitlich Zahnärztinnen diesen Beruf aus.
Für Dentsply Sirona ist es wichtig, eng auf globaler Ebene mit Zahnärztinnen und Zahnärzten
zusammenzuarbeiten, um individuelle Wünsche und Anforderungen bei der Entwicklung von
Produkten und Entwicklungsprogrammen zu berücksichtigen. Um die wachsende Zielgruppe von
Zahnärztinnen besonders zu fördern, haben wir erstmalig ein exklusives Entwicklungsprogramm im
Bereich Smart Integration angeboten. Zahnärztinnen aus aller Welt hatten dabei die Möglichkeit, ihre
Ideen und Erfolgsgeschichten rund um das Thema eines vernetzten Arbeitsplatzes einzureichen und
zu zeigen, wie sie durch Digitalisierung und Vernetzung ihre Arbeitsabläufe noch schneller, sicherer
und ergonomischer gestalten können.
Im Rahmen dieses Vortrages werden das Konzept und die Ergebnisse des Smart Integration Awards
vorgestellt.
14:00-14:05
Prof. Dr. drs. drs. Jerome Rotgans
Verabschiedung - AGEZ 2020 - Ende der Tagung
14:05-14:45
Mitgliederversammlung AGEZ
Session der DGL (Spektrum 2)
Deutsche Gesellschaft für Laser-Zahheilkunde (DGL)
09:00-09:15
PD Dr. Rene Franzen
Grundlagen des zahnmedizinischen Lasereinsatzes
09:15-09:45
Prof. Dr. Norbert Gutknecht
Der Laser - die Alternative bei endodontischen Problemfällen
09:45-10:15
Bei der systematischen endodontischen Therapie kommt der chemomechanischen Wurzelkanalaufbereitung eine zentrale Bedeutung zu. Dabei ist es bisher in der Regel allerdings nicht möglich ist, eine vollständige Keimfreiheit im Wurzelkanal zu erzielen.
Durch die Verwendung von Spüllösungen kann die Menge im Kanalsystem vorhandener Bakterien effektiv reduziert werden, wobei die desinfizierende Wirkung allerdings durch das Penetrationsvermögen der Lösungen im Wurzeldentin limitiert ist. Um auch in tieferen Zahnhartsubstanzbereichen eine effektive Keimabtötung zu erreichen, können adjuvante Verfahren wie die Bestrahlung mit Laserlicht angewendet werden. Zudem werden Effekte der Photobiostimulation durch das Einwirken energiereichen Lichts bei der Ausheilung periapikaler Läsionen diskutiert.
10:15-10:40
Pause
10:40-11:20
Olaf Oberhofer
Unterstützenden parodontalen Therapie- Indikation von Laseranwendungen
11:20-11:50
Im Rahmen der systematischen endodontischen Therapie hat sich der Einsatz von Spüllösungen bewährt. Sie gewährleisten jedoch, auch in Verbindung mit den meisten adjuvanten Desinfektionsmethoden, nur eine begrenzte Reinigungswirkung und Keimminderung des infizierten Wurzelkanalsystems. Eine neuartige Therapieform ist die photoakustische Spülmethode, welche aufgrund ihrer gesteigerten Tiefenwirkung und Effektivität in Bezug auf die Reinigungs -und Desinfektionswirkung zur Verringerung der in situ verbleibenden Keime, eine vielversprechende Erweiterung im Vergleich zu bereits etablierten Methoden darstellt und somit zu einer weiteren Verbesserung des Therapieerfolgs beitragen könnte.
DGZ, DGR2Z, DGET, DGPZM (Freitag) (Fantasie 1)
Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung e.V. (DGZ), Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM), Deutsche Gesellschaft für Restaurative und Regenerative Zahnerhaltung (DGR²Z), Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie (DGET)
11:00-11:30
Durch die Verschiebung der Altersstruktur in Europa wird erwartet, dass die relative Zunahme der Hochbetagten am größten ausfällt, was langfristig Strategien im Bereich der Präventiven und Restaurativen Zahnheilkunde erfordert, da gleichermaßen die Anzahl verbleibender Zähne in dieser Alterskohorte ansteigt. Mehr oder weniger manifeste Mundhygienemängel gefolgt von oralen Erkrankungen wie Gingivits, Parodontitis und speziellen Formen von Zahnhartsubstanzdefekten, wie z.B. Wurzelkaries stehen hierbei im Fokus. Im Bereich der Präventiven Zahnheilkunde sollten die Möglichkeiten der altersgerechten Ernährungslenkung, der mechanischen Plaquekontrolle und der pharmakologisch-chemischen Interventionen (einschließlich der adäquaten Fluoridierung) vollumfänglich ausgeschöpft werden.
In der restaurativen Versorgung spielen zunehmend direkte Interventionen eine Rolle. Hierbei stehen nachhaltige, hinreichend stabile und bezahlbare Leistungen im Fokus des Interesses.
11:30-12:00
Der Einsatz der dentalen digitalen Volumentomographie (DVT; engl.: CBCT) in der endodontischen Diagnostik, Planung und Therapie nimmt zu und spiegelt sich in der exponentiellen Zunahme an Publikationen in den letzten zwei Jahrzehnten wider.
Die überlagerungsfreie 3D-Darstellung auch kleinster Details bietet einige klare Vorteile gegenüber der konventionellen Bildgebung. Die routinemäßige CBCT-Anwendung ist jedoch nicht für die endodontische Diagnostik oder für Screeningzwecke indiziert. Ziel sollte immer sein, die Expositionsparameter an die individuellen diagnostischen Bedürfnisse des Patienten anzupassen und nicht die Standardeinstellungen der Hersteller zu verwenden, um die Bildqualität zu verbessern und die Dosis zu reduzieren, so dass Anwender und Patienten gleichermaßen profitieren.
12:00-12:30
Resorptionen der Zahnwurzel stellen Behandler häufig vor große Herausforderungen. Das klinische Erscheinungsbild von Wurzelresorptionen ist vielfältig und es werden unterschiedliche Ursachen wie dentale Traumata, kieferorthopädische Belastungen oder Anomalien der Zahnhartsubstanz diskutiert. Neben dem Wissen über die Ätiologie sind ein pathophysiologisches Grundverständnis sowie eine systematische Einteilung der Resorptionsarten notwendig, um die Prognose der betroffenen Zähne zu bewerten und eine optimale Therapie durchzuführen.
Im Vortrag werden die biologischen Grundlagen resorptiver Prozesse und mögliche Ursachen aufgezeigt. Neben der Darstellung unterschiedlicher Resorptionsarten werden mögliche Therapieoptionen diskutiert.
12:30-13:00
Verleihung: Präventionspreis der Initiative für eine mundgesunde Zukunft in Deutschland
Session des AK PP (Fantasie 2)
Arbeitskreis Psychologie und Psychosomatik in der DGZMK (AK PP)
11:00-11:45
Morbus Parkinson zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen und ist gekennzeichnet durch eine Erkrankung der Basalganglien. Zu den neurodegenerativen Erkrankungen zählt auch Morbus Alzheimer. Typisch bei dieser Erkrankung sind Beta-Amyloid-Plaques und Neurofibrillenbündel im Gehirn. Morbus Alzheimer ist für 2/3 der Demenzerkrankungen verantwortlich. Zahlreiche Studien belegen, dass Demenz, Parkinson- und Alzheimer-Krankheit mit schlechter Mundhygiene, Karies, Parodontitis und Zahnverlust assoziiert sind. Typische Herausforderungen bei Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen können Gedächtnisverlust, Verschlucken/Aspiration, Mundtrockenheit, Gewichtsabnahme, depressives oder aggressives Verhalten sowie eine eingeschränkte Motorik darstellen.
11:45-12:30
Dr. Ursula Becker
Menschen mit Demenz: Beziehungen herstellen - Kooperation ermöglichen
Session der TAKRegMed + AfG (Spektrum 2), Priv.-Doz. Dr. Fabian Cieplik, Prof. Dr. Werner Götz, PD Dr. Dr. Christian Kirschneck, Dr. Katharina Reichenmiller, Prof. Dr. Michael M. Wolf
Transdisziplinärer Arbeitskreis Regenerative Medizin (TAK RegMed), Arbeitsgemeinschaft für Grundlagenforschung (AfG)
13:00-13:50
Parodontitis ist eine chronische Erkrankung des Parodonts, die unbehandelt zu Zahnlockerung und Zahnausfall führen kann. Seit längerem ist bekannt, dass Parodontitis in einem engen Zusammenhang mit Erkrankungen des Gesamtorganismus steht. Zahlreiche Meta-Analysen belegen, dass Parodontitis auch mit Adipositas assoziiert ist. Bisher ist noch weitgehend ungeklärt, ob es sich bei der Assoziation zwischen Adipositas und Parodontitis um eine kausale und/oder non-kausale Beziehung handelt. Zahlreiche Pathomechanismen, die dieser Assoziation zugrunde liegen könnten, stehen derzeitig im Fokus der parodontalen Forschung. Aufgrund der komplexen Interaktionen zwischen Parodontitis und Erkrankungen des Gesamtorganismus kommt der interdisziplinären Zusammenarbeit eine herausragende Bedeutung zu.
13:50-14:10
Was haben unspezifische zelluläre Veränderungen im Alter mit dem Verlauf einer Parodontitis zu tun?
Es ist bereits allgemein bekannt, dass mit zunehmendem Alter die Parodontitisprävalenz ansteigt. Doch warum ist das so? Mit zunehmendem Alter sinkt die Diversität in der oralen Flora, was die Anfälligkeit für das Hochwachsen oralpathogener Keime begünstigt. Doch obgleich das Krankheitsbild der Parodontitis bakteriell initiiert wird, resultieren die auftretenden Weichgewebs- und Knochenschädigungen aus einer überschießenden Immunreaktion. Im Rahmen dieser werden zahlreiche Zytokine ausgeschüttet. Zwei Vertreter dieser Proteingruppe, IL-6 und TNFα, sind bekannt dafür, die Aktivitäten der knochenbildenden Osteoblasten sowie der resorbierenden Osteoklasten zu modulieren. Die veränderten Aktivitäten beeinträchtigen die Knochenhomöostase, was schlussendlich zum parodontalen Knochenverlust führt. Wenn aber mit zunehmendem Alter die Anfälligkeit ansteigt, liegt das nur an der erhöhten Bakterienlast oder könnten auch Veränderungen auf Einzelzellebene eine Rolle spielen? Wir haben uns dieser Frage angenommen und basierend auf der Literatur und eigener Forschung spannende Erkenntnisse über das Zusammenspiel epigenetischer Veränderungen mit dem Fortschreiten einer Parodontitis gewonnen.
14:10-14:30
Die Periimplantitisprävalenz wird mit etwa 20 % aller Implantatpatienten angegeben. Periimplantäre Läsionen zeigen eine andere zelluläre Zusammensetzung als Parodontitisläsionen. Die Subtypen-Verteilung und spezifische Funktion von Makrophagen in beiden Ätiologien ist ungeklärt. In der vorliegenden Arbeit wurde die Zusammensetzung sowie das Polarisationsmuster von Makrophagen in der Periimplantitis im Vergleich zu Parodontitis immunhistochemisch näher untersucht. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass Periimplantitis im Vergleich zur Parodontitis eine abweichende Makrophagen-Polarisation aufweist. Welche Faktoren die Makrophagenpolarisation bei der Periimplantitis beeinflussen, wird in dem Vortrag diskutiert.
15:00-15:50
Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets
Neue Biomaterialien / Implantatoberflächen / 3D-Druck - wo geht die Reise hin im Hart- und Weichgewebsmanagement?
15:50-16:40
PD Dr. Paul Weigl
Minimalinvasive Sofortimplantation und -versorgung nach dem "Socket Chamber Concept"
16:40-17:30
Dr. Önder Solakoglu MCD, MSc
Die Verwendung von autologen, unmodifizierten Stammzellen und Platelet-rich-growth factors bei der intraoralen, präimplantologischen Knochenaugmentation - was wissen wir, was können wir?
17:30-17:40
17:40-18:30
Mitgliederversammlung des TAKRegMed
Zahnärztliche MVZ: Fluch oder Segen? (Fantasie 1), Prof. Dr. A. Rainer Jordan MSc, PD Dr. Fabian Huettig
Deutsche Gesellschaft für Orale Epidemiologie und Versorgungsforschung (DGOEV)
13:30-14:00
Prof. Dr. Falk Schwendicke MDPH
Z-MVZ: Was sagen die Zahlen?
14:00-15:30
Dr. Daniel Lindel, Dr. Norbert Engel, Dr. Ivona Leventic
Podiumsdiskussion: Stellenwert von zahnärztlichen Versorgungszentren in der Versorgung
Update Oralpathologie (Fantasie 1), Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Kramer
Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG), Arbeitsgemeinschaft für Kieferchirurgie (AGKI)
15:30-16:00
Um bei der Diagnose von Mundschleimhauterkrankungen auf der sicheren Seite zu sein, ist es in der Regel ratsam, eine Biopsie zu entnehmen und diese histopathologisch untersuchen zu lassen, um somit die Verdachtsdiagnose zu bestätigen.
Abhängig von der Erfahrung des Behandlers existieren jedoch auch Veränderungen der oralen Mukosa, bei denen eine Blickdiagnose ausreichend ist.
Hierzu gehören u. a. Veränderungen aus der Gruppe der Aphthen, der retikuläre Lichen planus, Normvarianten der Zunge wie Lingua plicata und Lingua geographica, der Rauchergaumen und die Hypertrophie der Papillae foliatae. In dem Vortrag wird dargestellt, auf welche Parameter man bei der Diagnostik achten muss und wann es trotz Blickdiagnose ratsam ist, eine zusätzliche paraklinische Untersuchung durchzuführen.
16:00-16:30
Prof. Dr. Dr. Jürgen Hoffmann
Osteolysen: immer Zysten?
16:30-17:00
Der wichtigste gemeinsame Risikofaktor für weißen Hautkrebs (Basalzellkarzinom), schwarzen Hautkrebs (Melanom) und Plattenepithelkarzinome der Gesichts- und Lippenhaut ist die im Leben akkumulierte UV Strahlung (steigende Inzidenz etwa ab dem 30igsten Lebensjahr), was die Primärprävention durch Sonnenschutz begründet. Die Letalität dieser Erkrankungen ist stark größenabhängig, was die Bedeutung der Sekundärprävention durch Früherkennung unterstreicht. Viele dieser Tumoren fallen zuerst dem Zahnarzt im Nebenbefund und sollten dann Anlass zu einer Überweisung am besten zu einem/r Kollegen/in für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sein. Karzinome der Gesichtshaut sind bei Diagnosestellung in etwa 2% in die lokoregionären Lymphknoten metastasiert, Lippenkarzinome größenabhängig hingegen schon in etwa 20%. Daher sollten Patienten mit diesen Tumoren eine Halslymphknotendiagnostik und ggf. Neck dissection z.B. in einer Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie erhalten. Das Lokalrezidiv dieser Tumoren lässt sich gut durch eine histographisch kontrollierte Chirurgie beherrschen. Durch bewährte Lappenplastiken sind an Gesicht und Lippen in der Hand der/s geübten Chirurgen/in funktionell und kosmetisch hervorragende Ergebnisse zu erzielen. Die Behandlung von Spätstadien wie des inoperablen metastasierten Melanoms hat durch die Immuncheckpoint-Inhibitoren und zielgerichtete Therapie mit RAF- und MEK-Inhibitoren mit Ansprechraten über 50% große Fortschritte gemacht, vielen Patienten wird dadurch aber nicht langfristig geholfen. Die neuesten Therapieansätze verfolgen weiter die Immuntherapie z.B. mit tumorinfiltrierenden Lymphozyten.
17:00-17:30
Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Kramer
Osteonekrosen: Gibt es ein Licht am Ende des Tunnels?
Session des AK Wehrmedizin (Fantasie 2)
Arbeitskreis Wehrmedizin
13:00-13:10
Oberstarzt Dr. Michael Lüpke
Begrüßung und Einführung
13:10-13:50
Viele defekte Restaurationen lassen sich oft einfach und kostensparend reparieren, wodurch die Lebensdauer der betreffenden Restauration deutlich verlängert werden kann. Um einen guten Verbund zwischen der Reparaturoberfläche (Komposit, Amalgam, Keramik, Metall) und dem Reparaturkomposit zu generieren, stehen verschiedene Verfahren und Produkte zur Verfügung. Gleichzeitig ist es häufig nicht nur notwendig die defekte Restauration, sondern auch die umgebende Zahnhartsubstanz entsprechend zu konditionieren, wobei eine Kontamination mit den Reparaturmaterialien nicht immer vermieden werden kann.
Im Vortrag werden die verschiedenen Möglichkeiten zur Konditionierung der Reparaturoberfläche sowie mögliche Fehler oder Probleme bei der Anfertigung einer Reparaturfüllung aufgezeigt.
13:50-14:30
FltlArzt d. R. Prof. Dr. Peter Pospiech
Die Qual der Wahl: Neue Werkstoffe in der restaurativen Zahnheilkunde
14:30-15:10
Für immer mehr Menschen geht der möglichst lange Erhalt der eigenen Zähne mit einer Verbesserung der Lebensqualität einher. Das Resultat dieses Umdenkens ist die steigende Bereitschaft der Patienten eine bereits durchgeführte endodontische Behandlung in einem zweiten, wenn nicht sogar dritten Versuch optimieren zu lassen. Auch die konservative orthograde Therapie eines bereits wurzelspitzenresezierten Zahnes wird einer wiederholten Wurzelspitzenresektion häufig vorgezogen. Das Risiko für das Auftreten von Komplikationen steigt jedoch mit jeder Wiederholungsbehandlung.
Dieser Vortrag soll anhand verschiedener Beispiele die Möglichkeiten und Grenzen für den Einsatz bioaktiver Materialien aufzeigen und Hilfestellung für das Handling und die richtige Indikation geben.
15:10-15:40
Kaffeepause
15:40-16:20
PD Dr. Dr. Peer Kämmerer MA, FEBOMFS
Präimplantologische Augmentation - Neues und Bewährtes
16:20-17:00
Prof. Dr. Michael Gahlert
Vollkeramische Implantate: Erfahrungen, Möglichkeiten und Grenzen
17:00-17:10
17:10-18:00
Mitgliederversammlung des AK Wehrmedizin
Anästhesie in der Kinderzahnheilkunde (Illusion 2), Prof. Dr. Norbert Krämer, Prof. Dr. Dr. Monika Daubländer
Interdisziplinärer Arbeitskreis für Zahnärztliche Anästhesie (IAZA), Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiZ)
13:30-14:00
Prof. Dr. Dr. Monika Daubländer
Schmerzausschaltung in der Kinderzahnheilkunde - von der Lokalanästhesie bis zur ITN
14:00-14:30
Dr. Katharina Röher
Anästhesie beim unkooperativen Kind
14:30-15:00
Dr. Katja Nickel
Anästhesie beim Kind mit besonderen Erkrankungen
15:00-15:30
Dr. Nelly Schulz-Weidner
Interdisziplinäre Therapiemaßnahmen in der Kinderzahnheilkunde
15:30-16:00
Prof. Dr. Norbert Krämer
Schmerzfreie Versorgungskonzepte bei Kindern mit MIH
16:00-17:00
Geschichte und Aufarbeitung der Zahnmedizin im Nationalsozialismus (Conclusio 1), Dr. Wibke Merten, Prof. Dr. mult. Dominik Groß
Arbeitskreis Geschichte der Zahnheilkunde (AKGZ), Arbeitskreis Ethik in der DGZMK (AK Ethik)
16:00-17:00
Mitgliederversammlung des AK Ethik
Netzwerk EbM-Symposium (Illusion 2)
Digital Dentistry: Diagnostik, Therapie und ethische Konsequenzen
Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM)
11:00-11:10
Prof. Dr. Falk Schwendicke MDPH
Digitale Zahnmedizin: Was ist gemeint und was ist wirklich neu?
11:10-11:35
Dr. rer. nat. Joachim Krois
Digital Diagnostics: Künstliche Intelligenz zur Bildanalyse in der Zahnmedizin - Evidenz und Wirklichkeit
11:35-12:05
Computergestützte Verfahren in Klinik (Diagnostik, Planung, Therapie) und Labor (Design und Fertigung von Zahnersatz) revolutionieren die Zahnmedizin. Ist der Nutzen digitaler Technologien in der Zahnmedizin jedoch Hype oder Realität? Im Rahmen dieses Beitrags soll erläutert werden, inwieweit wir uns bei scheinbar etablierten CAD-CAM Verfahren auf evidenzbasierten Pfaden befinden.
12:05-12:30
Prof. Dr. mult. Dominik Groß
Digital und nun? Ethische Herausforderungen und Konsequenzen von Diagnoseassistenz und CAD-CAM
Samstag, 09.11.2019
Session der DGCZ (Spektrum 1), Prof. Dr. Bernd Kordaß
Deutsche Gesellschaft für Computergestützte Zahnheilkunde e.V. (DGCZ)
09:00-09:30
Digitale Verfahren ersetzen mehr und mehr Prozesse im zahnärztlichen Umfeld. Das dynamische digitale Modell ins Zentrum einer neuen Betrachtungsweise der Zahnmedizin zu stellen ermöglicht neue Perspektiven in den verschiedenen zahnärztlichen Disziplinen. Single-Visit chairside Versorgungen, backward planning und guided Implantology, virtuelle Artikulation, digitale Farbmesssysteme sowie Alignertechnologien sind nur die Speerspitze neuer Entwicklungen und oft nicht miteinander koordinierbar. Die Umsetzung von digitalen Möglichkeiten zur Verbesserung der Versorgungsqualität in den Praxisalltag wird anhand konkreter Beispiele aufgezeigt.
09:30-09:45
Ziel der Studie war es anhand von in vitro- Simulationen zu überprüfen, inwieweit verschiedene Intraoralscanner zur Verschleißmessung geeignet sind.
Ein Zirkonoxidmodell mit den Okklusalflächen der Zähne 24 bis 27 wurde sowohl profilometrisch als auch mit drei handelsüblichen Intraoralscannern, True Definition (3M), Trios (3Shape) und Omnicam AC (Dentsply Sirona) Baseline, nach der 1.(t1), der 2. (t2) und der 3. (t3) Verschleißsimulation je sechsmal vermessen. Bei Trios und Omnicam wurden die Versuche sowohl mit als auch ohne Oberflächenkonditionierung durchgeführt. Die zu den Zeitpunkten t1, t2 und t3 erfassten 3D- Daten wurden mit den korrespondierenden virtuellen Baselinemodellen in dem Auswertungsprogramm Geomagic überlagert, der jeweilige mittlere maximale Verschleiß und die prozentuale Abweichung zu den profilometrischen Referenzdaten bestimmt. Während am Verschleißareal 26 die Abweichungen zu den Profilometrieergebnissen ± 6% betrugen, gab es an 27 Ausreißer bis zu 19%. Im Vortrag werden die Einflüsse der Scandaten sowie die Auswertungsstrategie hinsichtlich der Abweichungen diskutiert.
09:45-10:00
Zur Bestimmung der Passgenauigkeit festsitzender Restaurationen sind zahlreiche Untersuchungsmethoden beschrieben. In den letzten Jahren hat sich vor allem die Replikatechnik zur Bestimmung der marginalen und internen Passgenauigkeit etabliert. Dieses Verfahren ist jedoch sehr aufwendig und die Anzahl der Messstellen ist durch die Schnittflächen des Silikonkörpers limitiert, so dass keine Aussage über die Abweichung im Verlauf des gesamten Randbereiches und der Mantelfläche getroffen werden kann. Aus diesem Grund wurden verschiedene Forschungsansätze zur digitalen 3D-Messung entwickelt, die jedoch fast alle einen komplexen Versuchsaufbau mit Laborscanner, 3D-Software und Expertenwissen erfordern. Somit war es das Ziel der vorliegenden Studie, drei verschiedene Messverfahren zur Bestimmung der Passgenauigkeit von Einzelzahnrestaurationen miteinander zu vergleichen. Hierbei wurden ein neues einfaches digitales Chairside-Verfahren auf Basis der Intraoralscannersoftware Trios3 (3Shape), eine komplexere digitale Auswertungsmethode mittels externer 3D-Analysesoftware (GOM Inspect, gom GmbH) sowie die konventionelle Silikonreplikatechnik untersucht. Darüber wurde der Einfluss unterschiedlicher Kappenmaterial auf die marginale Passgenauigkeit getestet, denn moderne Werkstoffe wie CAD/CAM-Komposite könnten deutlich günstiger und mit geringerem Aufwand im Vergleich zum Zirkoniumdioxid oder Metall hergestellt werden und könnten somit eine Alternative darstellen.
Neben dem rein wissenschaftlichen Interesse an der Bestimmung der Passgenauigkeit, bietet das neue digitale Chairside-Verfahren auch die Option einer Analyse in der Zahnarztpraxis (digitaler Fit-Checker), da hierfür lediglich ein Intraoralscanner benötigt wird. Insbesondere vor dem Hintergrund der großen Materialvielfalt und vielfältigen Workflows ist eine Überprüfung der eigenen Arbeitskette sinnvoll. Somit ist aus vielerlei Hinsicht die Anwendung einer zeitsparenden, kostengünstigen Methode zur Untersuchung der Passgenauigkeit von Restaurationen sinnvoll, die sowohl in vitro als auch in vivo durchgeführt werden kann.
10:00-10:15
Bei der Implantatplanung ist nicht nur die Quantität des Knochens zu bewerten, sondern potentiell auch die Qualität des Knochens. Die Auswertung von DVT-Aufnahmen hinsichtlich der radiologisch bestimmten Knochendichte wird einerseits als Verfahren zur Beurteilung von Maßnahmen zum Erhalt des Knochens nach Zahnextraktionen und anderseits als prognostisches Tools zur Implantatplanung in einer klinischen Studie beschrieben.
Die Primärstabilität eines Implantats gilt als Hinweis auf die Knochenqualität. Verschiedene Autoren fanden eine Korrelation zwischen einer hohen Primärstabilität und einer implantologisch guten Knochenqualität. Die primäre Stabilität eines Implantates gilt daher als einer der prognostischen Hauptfaktoren bei Beurteilung einer Implantatinsertion. Die Primärstabilität dient damit auch als Parameter für die Beurteilung von ARP-Maßnahmen. Ziel dieser Untersuchung war es die Korrelation zwischen der radiologisch bestimmten Knochendichte, den histomorphometrischen Befunden und zwischen der Primärstabilität zu bestimmen.
Schlussfolgerungen
Die Bestimmung der Knochenqualität mit DVT-Aufnahmen zeigt eine gute Reliabilität und Validität. Es bestanden keine signifikanten Korrelationen zwischen der radiologisch bestimmten Knochendichte und der Primärstabilität der Implantate. Die deskriptiven Daten zeigten jedoch nach apikal ansteigende Werten der Knochendichte und der Primärstabilität. Bei der histomorphometrischen Betrachtung zeigte sich, dass das Vorliegen einer stärker ausgeprägten Vaskularisation bzw. von Entzündungsanzeichen auf allen Ebenen mit einer geringeren radiologischen Knochendichte einher ging.
10:15-10:30
Innerhalb der letzten Jahre gewinnen implantatgetragene prothetische Versorgungen immer mehr an Bedeutung. Neben den konventionellen Abformmethoden werden zur Übertragung der Implantatposition zunehmend Intraoralscanner (IOS) sowie intraorale Scanbodies (ISBs) verwendet. Die Verwendung der IOS und ISBs gewährleistet jedoch nicht gleichzeitig einen exakten passiven Sitz der finalen Versorgung. Es liegen bereits zahlreiche Studien in Bezug auf die Genauigkeit von IOS vor. Hingegen ist die Studienlage von ISBs und deren Einfluss auf die Übertragung der Implantatposition gering. Ziel der Studie war es, die herstellungsbedingten Fertigungstoleranzen von verschiedenen ISBs zu bestimmen sowie deren Einfluss auf intraorale Scans darzustellen. Dafür wurden innerhalb der Studie zunächst ISBs drei unterschiedlicher Hersteller (nt-trading, Kulzer, Medentika) mit Hilfe der industriellen Computertomografie vermessen (Tomoscope S, Werth Messtechnik). Im Anschluss wurde ein Referenzmodell mit Implantaten vermessen, konventionelle (Impregum Penta, 3M) sowie digitale (Trios3, 3Shape) Abformungen mit verschiedenen ISBs genommen und mit dem Referenzmodell verglichen. Es zeigten sich signifikante Unterschiede der Fertigungstoleranzen zwischen den einzelnen ISBs sowie in Bezug auf die Genauigkeit zwischen den beiden Abformmethoden. Die Übertragungsgenauigkeiten der unterschiedlichen ISBs zeigten ebenfalls Unterschiede, diese waren jedoch nicht signifikant. Auch wenn unterschiedliche ISBs nur geringe Abweichungen in Bezug auf die Fertigungstoleranzen aufzeigen, stellen diese einen Teil innerhalb einer langen Prozesskette der CAD/CAM Fertigung dar. Daher sollten diese bei zukünftigen Untersuchungen als möglicher Faktor in Bezug auf die Genauigkeit betrachtet werden.
10:30-11:00
Pause
11:00-11:30
Angesichts der rasanten Entwicklung auf dem Gebiet der digitalen Okklusion im Rahmen von CAD/CAM und digitalem Workflow müssen wir uns Gedanken über Standards und Qualitätskriterien machen und in mancherlei Hinsicht einen Konsens finden. Es sollen Impulse und Anregungen für einen Konsensusprozess vorgestellt werden. Wichtig ist, dass Aufgabensegmente definiert und vor allem die richtigen Fragen gestellt werden. Dabei soll auch Bezug zu der Initiative "Digitales Dentales Modell" (DDM) der DGCZ genommen werden. Letztlich brauchen wir bei einem Thema, das Okklusion und Funktion tangiert, den interdisziplinären Diskurs mit anderen Fachgesellschaften, insbesondere mit der DGFDT. Bei der kommenden Jahrestagung der DGFDT in Bad Homburg soll dieses Thema deswegen auch angesprochen werden.
11:30-11:45
Ausgehend von einer schwierigen Patientensituation mit Schmerzen und komplizierter, progener Bisslage erfolgte eine Bissumstellung, wobei Implantate inseriert wurden und anschließend der Aufbiss mithilfe aufeinander folgenden Provisorien umgestellt und feinadjustiert wurde. Die Planung der Oberkieferversorgung erfolgte komplett digital: 1. Erstplanung, 2. Positionierungsschiene Implantate, 3. Insertion Implantate auf Grundlage des digitalen vollaufgezeichneten OP Berichts, 4. Erstellung von Langzeitprovisorien, 5. Fertigstellung durch immer wiederkehrende Umarbeitung der bestehenden Datensätze des Provisoriums. Die Patientin hat eine deutlich positive Persönlichkeitswandlung durchlebt und ist mit dem letzten Provisorium glücklich. Im Unterkiefer wird eine Teleskopprothese angestrebt. Hier soll der Aspekt Split-Mouth-Design digital vs. analoge Vorgehensweise diskutiert werden. Auch der Kostenaspekt bei unterschiedlicher Vorgehensweise soll angesprochen werden.
11:45-12:00
Anhand mehrerer Patientenfälle soll das Potential moderner monolytischer Zirkonmaterialien aufgezeigt werden. Auch bei ästhetisch anspruchsvollen Situationen können mehrschichtig aufgebaute Zirkonmaterialien eine befriedigende Alternative zu individuell verblendetem Zahnersatz sein. Dies wird an Frontzahnversorgung bei konventionellen und implantatgetragenen Fällen demonstriert.
Mittels eines strukturierten digitalen Workflow in der Zusammenarbeit zwischen zahnärztlicher Praxis und zahntechnischem Labor lassen sich funktionell und ästhetisch hochwertige Arbeiten zu wirtschaftlich interessanten Bedingungen generieren.
12:00-12:15
Additive Fertigungstechnologien erlauben zunehmend auch die Fertigung von definitivem Zahnersatz. Neben den gängigen Verfahren wie z.B. dem Selektiven Laserschmelzen (z.B. für Co-Cr-Legierung) oder stereolithographie aus Flüssigkeiten (z.B. für die Modellfertigung, Totalprothetik, etc.) gibt es für das Fused Filament Fabrication (FFF) Prinzip derzeit noch wenig Anwendungsmöglichkeiten in der Zahnmedizin. Zu den wenigen etabilierten FFF-Anwendungen zählt die Herstellung individueller Abformlöffel. Seit Verfügbarkeit von Polyamid-12 (PA-12) für den 3D-Druck können auch metallfreie Interimsversorgungen (IM) aus Nylon im CAM-Verfahren gefertigt werden.
Der Vortrag zeigt den rein digitalen Workflow zur Fertigung einer Klammerprothese auf Basis von PA-12 (Valplast®). Hierbei wird ausgehend von einem Intraoralscan der Lückentopographie mit der Software Exocad gezeigt, welche konstruktionsspezifische Einstellungen und Werkzeuge schrittweise notwendig sind, um zum Einen die Prothesenbasis und zum Anderen auch den bzw. die Ersatzzähne individuell gestalten, herstellen und verfügen zu können. Dabei werden auch Aspekte zur Optimierung des Druckprozesses aufgezeigt und darüber hinaus widmet sich der Vortrag ersten werkstoffkundlichen Untersuchungen des 3D-gedruckten Materials. Dazu zählt vorrangig die Oberflächengüte. Denn, auch optimale Druckergebnisse erfordern unbedingt eine manuelle Nachbearbeitung des thermoplastischen Werkstoffs für einen klinischen Einsatz. Die Anwendung in der Klinik wird abschließend durch Fallbeispiele illustriert.
12:15-12:30
Die Digitalisierung schreitet in der Zahnmedizin und Zahntechnik rasant voran. Für eine fortschrittliche Lehre ist es notwendig, diese neuen Aspekte zu berücksichtigen und mit einzubeziehen. Die heutigen Studierenden leben in einer digitalisierten Welt und erwarten auf beruflicher Ebene entsprechend auf hohem Niveau geschult zu werden.
Zur Umsetzung der digitalen Zahnmedizin werden heute oft Intraoralscanner zum Digitalisieren der zu versorgenden Zähne und zum Konstruieren der Versorgung (Inlays, Kronen, Brücken) und Schleifmaschinen zur Fertigung der Versorgungen aus Keramik oder Kunststoffen eingesetzt. Damit ist eine vollständige und schnelle Behandlung bei "einfachen" Indikationen nahe des Behandlungsstuhls möglich (Chairside), aber auch der Weg in die Zahntechnik wird für komplexe oder besonders hochwertige Arbeiten durch die abdrucklose Praxis (Labside-Fertigung) vereinfacht.
Die Frage ist, welcher Workflow ist umsetzbar und soweit verbreitet, dass er gelehrt werden sollte. CAD/CAM hat Vor- und Nachteile. So sollten CAD/CAM-Lehrinhalte sollten möglichst keine Inhalte für das Erlernen manueller Fertigkeiten ersetzen. Auf der anderen Seite bieten digitale Verfahren andere Sichtweisen und mehr objektive Kontrolle über die eigene Arbeit.
Wichtig ist dabei jedoch auch, dass die Technik beherrscht wird. Das fordert sowohl die Studierenden als auch die Lehrenden. Wie diese Prozesse in die vorklinische und klinische Ausbildung in der Zahnmedizin an der Universität Greifswald implementiert wurden, soll in diesem Beitrag vorgestellt werden. Ein wichtiger Baustein für die Chairside-Versorgung ist das Projekt "Flying Dental CAD/CAM-Nurse", in welchem spezielle CAD/CAM-Assistenzen den Workflow für Studierende und Zahnärzte absichern und unterstützen.
Seniorenzahnmedizin "to go" - aufsuchende Betreuung als erfolgreiche Ergänzung für meine Praxis? (Spektrum 2)
Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ)
10:00-10:30
In Deutschland hat sich über die Jahre ein weites Spektrum an Konzepten der zugehenden zahnärztlichen Betreuung entwickelt. Dieser Vortrag stellt anhand konkreter Behandlungsmaßnahmen ein Konzept vor, das unter Berücksichtigung der heute zur Verfügung stehenden Ressourcen und Möglichkeiten ohne große apparative Ausstattung durch die Zahnärzteschaft flächendeckend umsetzbar ist. Im Vordergrund steht dabei einerseits, die individuellen Bedarfe und Belastbarkeitsgrenzen der betroffenen Patienten sowie die Risiken in der Behandlung bei der zugehenden Betreuung besser zu verstehen. Andererseits werden die betriebswirtschaftlichen Potenziale durch die strukturierte Versorgung mit Augenmaß dargestellt.
10:30-11:00
Dr. Dirk Bleiel
Medium - Einfache Therapiekonzepte
11:00-11:20
Prof. Dr. Ina Nitschke, Hansmartin Spatzier, Dr. Angela Stillhart
XXL - Mobiles im größeren interdisziplinären Konzept
11:20-11:40
Dr. Cornelius Haffner
Neue BEMA Positionen 174a, 174b und 107a - Umsetzung für den Praktiker
11:40-11:55
Dr. Michael Weiss
Vom Alginat bis zur Zange: Was brauchen wir für mobile Einsätze?
11:55-12:00
Prof. Dr. Ina Nitschke
Abschluss-Diskussion zur Umsetzung in der Praxis
DGZ, DGR2Z, DGET, DGPZM (Samstag) (Spektrum 2)
Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung e.V. (DGZ), Deutsche Gesellschaft für Restaurative und Regenerative Zahnerhaltung (DGR²Z), Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie (DGET), Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM)
12:00-12:30
Prof. Dr. Wolfgang Buchalla
Nie mehr schichten in der direkten Füllungstherapie? Neue Materialien und Möglichkeiten
12:30-13:00
Dr. Uwe Blunck
Entwicklung der Adhäsivsysteme - Meilensteine der letzten 30 Jahre
13:00-13:30
Das Teflonband ist echtes ein "Multitalent"! Dabei ist das Material nicht neu: schon vor mehr als 20 Jahren wurden erste zahnärztliche Einsatzmöglichkeiten in der Literatur beschrieben. Das Teflonband kann auf unterschiedlichste Art klinische Behandlungsprotokolle vereinfachen. Dazu zählt besonders die Isolation von Zähnen anstelle der "klassischen" Matrizentechnik bei Anwendung der Adhäsivtechnik. Ein weiterer wichtiger Einsatzbereich für das Teflonband ist die Adaptatation von Matrizen bei der Restauration von tief subgingivalen Klasse-II-Restaurationen, wo das Teflonband anstelle eines Interdentalkeils verwendet wird. Durch die Teflonbandtechnik werden bestehende Therapiekonzepte sinnvoll ergänzt und Grenzindikationen bei adäquater Anwendung der Adhäsivtechnik versorgbar.
Geschichte und Aufarbeitung der Zahnmedizin im Nationalsozialismus (Conclusio 1), Dr. Wibke Merten, Prof. Dr. mult. Dominik Groß
Arbeitskreis Geschichte der Zahnheilkunde (AKGZ), Arbeitskreis Ethik in der DGZMK (AK Ethik)
09:00-09:25
Studien zur Verstrickung einzelner Berufsgruppen in die Verbrechen des "Dritten Reiches" haben Konjunktur. Dies gilt auch für die Gruppe der Ärzte und die Frage, inwieweit diese nach 1945 vor Gericht gestellt wurden. Kaum betrachtet wurde diese Fragestellung dagegen für die deutschen Zahnärzte - insbesondere, weil man sie nicht unter den Kriegsverbrechern wähnte.
Ebendiese Forschungslücke will der Vortrag schließen. Dabei stehen die folgenden Fragen im Fokus: Wie viele Zahnärzte wurden tatsächlich als Kriegsverbrecher angeklagt? Wie lassen sich die betreffenden Zahnbehandler soziodemografisch beschreiben? Vor welchen Gerichten mussten sie sich verantworten und zu welchen Zeitpunkten? Wegen welcher Vergehen standen sie vor Gericht, mit welchen Strafen wurden sie belegt und wie wirkten sich die Urteile auf den weiteren Lebensweg aus?
09:25-09:50
Der Vortrag widmet sich dem Zahnarzt und Dentistensohn Hermann Pook (1901-1983). Pook war 1947 im "Fall 4" der Nürnberger Prozesse zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Der ehemalige SS-Obersturmbannführer und Vorgesetzte der Konzentrationslager-Zahnärzte war der einzige in Nürnberg angeklagte Zahnarzt.
Im Mittelpunkt der Betrachtung steht Pooks Beteiligung an den Verbrechen der NS-Zeit sowie seine Rolle innerhalb der SS. Ein weiteres Augenmerk gilt der Nachkriegszeit, in der Pook Kontakte zu ehemaligen SS-Kameraden pflegte und sich mit weiteren Angeklagten und Zeugen bezüglich der Aussagen in verschiedenen Gerichtsverfahren besprach. Zudem gilt es zu klären, wie es Pook gelang, kurz nach seiner Haftentlassung aus dem Kriegsverbrechergefängnis Landsberg eine Wiederzulassung als Zahnarzt zu erhalten und eine neue Privatpraxis aufzubauen.
09:50-10:15
Der Vortrag richtet den Fokus auf den Kreis der Zahnärzte, die (1) zur Zeit des "Dritten Reiches" bereits in ihrem Beruf tätig waren und (2) im Nachkriegsdeutschland (bis 1980) von zahnärztlichen Fachgesellschaften zu Ehrenmitgliedern erhoben wurden. Konkret untersucht er die Rolle dieses besonders prominenten zahnärztlichen Kollektivs im Nationalsozialismus.
Die prosopografische Studie fußt vor allem auf (z.T. erstmals gesichteten) Archivalien.
Ingesamt konnten 91 Ehrenmitglieder ermittelt werden, die bereits vor 1945 ihren Beruf ausübten. Im Vortrag wird dargestellt, wie viele dieser Personen im "Dritten Reich" Mitglied der NDSAP waren, wie viele sich politisch neutral verhielten und wie viele in jener Zeit Repressionen erlitten ("NS-Opfer"). Die vorgestellten Ergebnisse werden an Einzelbeispielen diskutiert und vertieft.
10:15-10:45
Knapp fünf Monate nach Hitlers Machtübernahme - am 24.06.1933 - trafen 38 zahnärztliche Hochschullehrer in Leipzig mit dem neu ernannten nationalsozialistischen Reichszahnärzteführer Ernst Stuck zusammen. Bei diesen Hochschullehrern handelte es sich gewissermaßen um das "Who is Who" der deutschen universitären Zahnheilkunde. Bei jenem in der Forschung bislang unbeachteten Treffen erklärten die Teilnehmer ihre Entschlossenheit, "unter völliger Anerkennung einer einheitlichen Führung und des Autoritätsprinzips [...] die großen Aufgaben zu lösen, die auch die deutsche Zahnärzteschaft im neuen Reich zu erfüllen habe."
Die dem Vortrag zugrunde liegende Studie beschäftigt sich mit ebendieser Personengruppe. Sie untersucht (1) das Verhalten der Einzelpersonen im "Dritten Reich" bzw. ihr Verhältnis zum Nationalsozialismus und (2) ihre Karriereverläufe sowohl in der Zeit zwischen 1933 und 1945 als auch im Nachkriegsdeutschland.
10:45-11:15
Pause
11:15-11:40
Der Vortrag beschäftigt sich mit dem Zahnarzt Wilhelm Kessler, Obersturmbannführer in der Dienststelle Reichsarzt SS. Hintergrund der Analyse ist der Umstand, dass zu seiner Person ein vollständiger Nachlass (mit Tagebüchern und Briefen) vorliegt, der für die Präsentation erstmals ausgewertet werden konnte.
Ziel des Referates ist es dementsprechend, über die Auswertung der besagten Primärquellen (und der ergänzend rekrutierten Sekundärliteratur) Kesslers Motivation für die Unterstützung der NS-Bewegung auszuleuchten und in den soziopolitischen Kontext einzubetten.
11:40-12:05
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden jüdische, jüdischstämmige und politisch missliebige Zahnärztinnen und Zahnärzte in Deutschland diskriminiert, aus dem Beruf gedrängt und verfolgt. Im Rahmen dieses Beitrages stellen wir vorläufige Ergebnisse aus einem ab 2016 gemeinsam von der Bundeszahnärztekammer, Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und DGZMK geförderten Forschungsprojekt vor. An exemplarischen Beispielen zeichnen wir Schicksale von Emigration, Untertauchen in Deutschland und Suizid nach. Durch das Erinnern an vertriebene Kolleginnen und Kollegen erhalten sie so eine späte Würdigung durch die deutsche Zahnärzteschaft.
12:05-12:30
Der Arzt Rudolf Kronfeld (1901-1940) zählt zweifellos zu den wegweisenden und prägendsten Fachvertretern der modernen Histo- und Oralpathologie. Schon in jungen Jahren wurde er einer der Protagonisten der renommierten, international führenden "Wiener Schule" und wanderte bereits 1929 in die USA aus, um an der Loyola Universität Chicago eine Professur in Histopathologie zu übernehmen. Doch Kronfelds herausragende fachliche Bedeutung steht in einem deutlichen Kontrast zum bisherigen Forschungsstand: Sein Lebenslauf und insbesondere das Schicksal seiner jüdischen Kollegen und Familienmitglieder im Dritten Reich fanden bislang nur wenig Beachtung. Die dem Vortrag zugrundeliegende Studie unternimmt den Versuch, das Leben und Werk Kronfelds und insbesondere die vielfältigen Implikationen seiner jüdischen Herkunft zu erhellen. Sie basiert auf archivarischen Quellen und einer systematischen Re-Analyse der einschlägigen Fachliteratur.
12:30-13:00
Prof. Dr. Ina Nitschke
Verleihung des "Dental Ethics Award 2019" an Hertrampf/Groß/Karsten/Wenz für die Publikation "The influence of clinical experience on dental students' ethical awareness". Laudatio und Vortrag der Preisträger über die ausgezeichnete Publikation
Beteiligung der Zahnmedizin bei den Medizinischen Zentren für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) (Conclusio 2), Prof. Dr. Andreas Schulte
Arbeitsgemeinschaft Zahnmedizin für Menschen mit Behinderung oder besonderem medizinischen Unterstützungsbedarf (AG ZMB) in der DGZMK (AG ZMB)
13:30-14:00
Komplexe Behinderungen, insbesondere in Kombination mit geistiger Behinderung, weisen regelhaft eine Vielzahl von Beeinträchtigungen in großer Variationsbreite, Schwere und in unterschiedlicher Kombination aus, die sich wechselseitig beeinflussen. Die üblichen Instrumente von Diagnostik und Therapie versagen häufig. Maßnahmen der täglichen Pflege benötigen Erfahrung und Zeit. Gerade die Zahnpflege bleibt aus unterschiedlichen Gründen oft unzureichend. Die Prävalenz von Karies oder Parodontitis ist bei Menschen mit komplexen Behinderungen deutlich erhöht. Fehlende Mitteilungsmöglichkeiten führen oft zu atypischen Symptomen im Sinne problematischer Verhaltensweisen, die in Unkenntnis der Ursache durch pädagogische Maßnahmen oder Psychopharmaka therapiert werden.
Sorgfältige Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen sind also wesentliche Elemente für eine angemessene und zielführende Gesundheitsversorgung dieser Menschen. Die zahnärztliche Versorgung erfordert spezielle Kenntnisse der Behinderungsformen und Syndrome ebenso wie Erfahrung und Einfühlungsvermögen, wenn eine zielführende Behandlung gelingen soll.
14:00-14:30
Die Behandlung behinderter Menschen ist im zahnärztlichen Alltag eine besondere Herausforderung. Die Behandlung schwerstbehinderter Menschen stellt uns vor große Probleme . Bei Erwachsenen ist durch die Einrichtung von
medizinischen Zentren für die Behandlung von erwachsenen Behinderten ( MZEB )
nun eine neue Betreuungsform geschaffen worden. Eine zahnärztliche konsiliarische Tätigkeit in dieser Einrichtung zeigt multiple Probleme einer nachhaltigen Versorgung auf. Dabei geht es nicht nur um eine Lösung von Akutfällen, sondern um eine der Menschenrechtskonvention angepasste adäquate Versorgung dieser Patientenklientel. Dabei stehen Fragen wie die Mitarbeit von niedergelassenen
Kolleginnen und Kollegen, die Behandlung in Sedierung oder im Besonderen in Vollnarkose im Mittelpunkt.
14:30-15:00
Diskussion
Session des AK EPZ (Conclusio 1)
Arbeitskreis Ethno- und Paläozahnmedizin der DGZMK (AKEPZ)
14:00-14:20
Ziel dieser vergleichenden Studie war eine populationsspezifische Untersuchung des Zahndurchbruchs und der Durchbruchsreihenfolge der bleibenden Zähne in einer globalen Betrachtung. Des Weiteren standen die geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen im Fokus. Die vorgefundene Variabilität wird im Hinblick auf mögliche populations- und entwicklungsrelevante Parameter diskutiert.
14:20-14:40
Die Untersuchung inkrementeller Marker in der Zahnhartsubstanz bietet ein breites Anwendungsspektrum in der Zahnmedizin, Forensik und Bioarchäologie. Die Produktion der Zahnhartsubstanz unterliegt rhythmischen Schwankungen, aus denen verschiedene Arten von inkrementellen Strukturen in Schmelz, Dentin und Zement resultieren. Die Analyse dieser Marker eignet sich u.a. zur biologischen Altersrekonstruktion sowie zur Bestimmung des Ausmaßes und der Dauer von sekretorischen Störungen. Zudem ist gerade der Zahnschmelz ein Schlüsselarchiv für die Rekonstruktion vergangener Umwelten. Als Untersuchungstechniken werden verschiedenen lichtmikroskopischen Verfahren genutzt aber auch Backscatter-Elektronenmikroskopie und Mikro-CT-Analysen. Der vorliegende Beitrag liefert einen Überblick über die methodischen Anwendungsmöglichkeiten in der Bioarchäologie.
14:40-15:10
Contemporary dentistry is very often considered as money driven profession. Study programmes of many dental schools worldwide are primarily oriented on dentistry as a lucrative profession and highly profitable business. Programmes providing a broader approach placing dentistry in a multidisciplinary and multicultural context are rare. University of Zagreb has more than 70 years tradition of education of dental professionals. School of Dental Medicine provides graduate and postgraduate education in Croatian and English language and hosts dental students from many countries. In all study programmes courses about anthropology and related fields take an important place. These courses are very well accepted by dental students and they highly recommend them to next generations of students. We are proud on this and glad to share our experience because anthropology makes dentistry more human.
15:10-15:30
Schon seit Jahrtausenden praktizieren weltweit Stammesmitglieder etlicher Völker aus religiösen, rituellen oder vermeintlich "therapeutischen" Motiven artifizielle Manipulationen an unterschiedlichen Körperteilen. Dazu gehören neben Skarifikationen oder Tätowierungen der Haut oder Genitalverstümmelungen auch massive Form-und Farbveränderungen an den Zähnen sowie weitere Mutilationen im Orofazialbereich bis hin zu Deformierungen des Schädels. Diese Handlungen sind in der Regel nicht nur einem profanen Schmuckbedürfnis geschuldet, sondern geschehen fast immer in einem kulturellen Kontext. Es handelt sich in der Regel um Initiationszeichen, die entweder die Stammeszugehörigkeit, das Alter, das Geschlecht, die jeweils erreichte Reifephase oder den sozialen Rang innerhalb der Gemeinschaft zum Ausdruck bringen sollen. Eine wesentliche Rolle bei der Wahl der Deformierungsart, beispielsweise einer bestimmten tribalen Zahnform, spielt dabei die stammeseigene Mythologie, die sich wiederum oft an bestimmten Totemtieren, denen man ähneln möchte und deren Schutz man sich damit erhofft, orientiert. Auch gegenwärtig werden -besonders bei etlichen sub-saharischen Völkern in Afrika- noch immer diverse Mutilationspraktiken im Orofazialbereich vorgenommen. Dazu zählen außer dem einfachen zentralen Anspitzen der Schneidezähne unter anderem noch Methoden wie die Zacken-und Horizontalfeilungen, Kronenamputationen, Farbfeilungen, der Reliefschliff, Schmuckeinlagen, das Anfärben der Zähne, das Auseinanderdrängen von benachbarten Zähnen und rituelle Extraktionen. Zuweilen können sich vergleichbare Mutilationen im Orofazialbereich auch in anderer Hinsicht negativ für den jeweiligen Träger auswirken, wie aktuell im Südsudan das Beispiel der miteinander verfeindeten Nuer und Dinka deutlich zeigt. Anhand einer Kombination von sichtbaren stammeseigenen Zahndeformierungen und einer bestimmten Narben-Keloid-Form auf der Stirn können sich Angehörige beider Völker mühelos genseitig als Feinde erkennen und dann bekämpfen. Ein gegenwärtig in der ethnomedizinischen Forschung bei einigen afrikanischen Völkern bisher kaum bekannter Aspekt ist der Zusammenhang zwischen Genitalbeschneidungen und rituellen Zahnextraktionen im Rahmen von aufeinanderfolgenden Initiationsstufen. Mit steigender Migration besonders aus afrikanischen Kulturkreisen nach Europa wird zukünftig auch für Zahnmediziner die Aneignung von interdisziplinären Kenntnissen über die Erkennung und die Hintergründe vergleichbarer ritueller Handlungen immer wichtiger werden.
Session der DGSZM (Spektrum 1), Dr. Thomas A. Schwenk
Deutsche Gesellschaft für Sport-Zahnmedizin (DGSZM)
14:00-14:30
Dr. Thomas A. Schwenk
Einführung in die Sportzahnmedizin und deren Bedeutung
14:30-15:00
Biomechanische und neurophysiologische Wechselwirkungen zwischen Kauflächen,
Kiefergelenken und Kaumuskulatur stehen im Zusammenhang mit dem muskuloskelettalen
System des gesamten Körpers . Folglich können die Folgen von
Kaufunktionsstörungen weit über das stomatognathe System hinausgehen und
beispielsweise Einflüsse auf sportliche Leistungen haben.
15:00-15:30
Parodontitis ist eine multifaktorielle inflammatorische Erkrankung des Zahnhalteapparates, die durch Knochen- und Attachmentverlust gekennzeichnet ist. Es existieren zudem zahlreiche Assoziationen mit Erkrankungen des Gesamtorganismus, wie z.B. Diabetes mellitus, kardiovaskuläre Erkrankungen, Arthritis und Osteoporose. Insbesondere Meta-Analysen der letzten Jahre belegen, dass es sich bei vielen dieser Assoziationen um bidirektionale kausale Zusammenhänge handelt, d.h. Parodontitis fördert die Entstehung und Progression dieser systemischen Erkrankungen und vice versa. Obwohl solche Systemerkrankung bekanntermaßen in enger Beziehung zu physischer Aktivität und Fitness stehen, ist deren Zusammenhang mit parodontaler Gesundheit bzw. Erkrankung bisher wenig untersucht worden. Die bisherigen klinischen und tierexperimentellen Studien legen jedoch nahe, dass physische Aktivität und Fitness auch mit parodontaler Gesundheit assoziiert sind. Durch physische Aktivität konnten metabolische und inflammatorische Serumspiegel verbessert sowie die Entstehung und das Fortschreiten parodontaler Erkrankungen gehemmt werden. Andererseits konnte auch gezeigt werden, dass Leistungssportler häufig an parodontalen Erkrankungen leiden. Orale Erkrankungen der Athleten führten zu einer Beeinträchtigung der Teilnahme an regulären Trainings-, Wettkampf- und Erholungsprogrammen.
15:30-16:00
Ist die Ernährung überbewertet? Oder sollten wir noch viel mehr ins Detail gehen? Lassen sich gewisse Problemsituationen wie Wundheilungsstörungen oder sogar Regeneration präventiv steuern und können, oder müssen wir sogar konventionelle Formen der Therapieplanung mit Hilfe unserer Ernährung umdenken? Es gilt, vor dem Hintergrund der aktuellen wissenschaftlichen und praktischen Evidenz den Nutzen und den Effekt von Ernährung auf unsere Mundgesundheit darzustellen.
16:00-16:30
Dr. Thomas A. Schwenk
Podiumsdiskussion, Ausblick
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