Deutscher Zahnärztetag 2019 - AKs und Fachgesellschaften
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AKs und Fachgesellschaften

Freitag, 08.11.2019
Zahnärztinnen im Blickfeld der Ergonomie (Spektrum 1)
Arbeitsgemeinschaft für Ergonomie in der Zahnheilkunde (AGEZ)
09:00-09:10
09:10-09:30
Sind Maschinen männlich? Aus der Erfahrung von vielen Analysen der Industrie-Design-Produkte kann
ich sagen, dass die meisten Entwickler von Anlagen männlich sind. Aus diesem Grund sind auch die
Fähigkeiten und das Erlernte dieser Personen für die Entwicklung grundlegend eingesetzt. Ein mentales
Modell ist die Summe aller Erfahrungen zu einem bestimmten Zeitpunkt, die zusammen mit dem
Erlernten ein bestimmtes Wissen oder Herangehensweise an eine Situation darstellen.
Das mentale Modell eines Entwicklers prägt somit das Produkt, das er erstellt. Das bedeutet, ein groß
gewachsener Mann wird die Produktentwicklung stärker in seinem Fokus sehen. In vielen Anlagen die
wir analysiert haben, können wir das bestätigen. Leider werden bei der Produktentwicklung oftmals
nicht die Produktnutzung und die Nutzergruppe ausführlich analysiert. Es gibt Produkte, wo dies
hervorragend geklappt hat, wie man am Beispiel des iPhones sieht. Das bedeutet, jeder Mensch hat
ein eigenes mentales Modell, mit dem er an Dinge heran geht.
Wie kann nun eine weibliche Nutzerin mit diesen männlichen Maschinen umgehen. Die
Anthropometrie der beiden Geschlechter ist in den meisten Fällen unterschiedlich und leider werden
diese anthropometrischen Perzentile, die sich international noch mehr unterscheiden, nicht wirklich
studiert. Des Weiteren sind die jüngeren, durch die Akzeleration im Größenwachstum, noch erheblich
anders gebaut - Stichwort Biomechanik.
Nicht der Mensch muss sich an die Maschine, sondern die Maschine muss individuell an den Mensch
anpassbar sein.
09:30-09:50
Der Frauenanteil unter den Studierenden der Zahnmedizin hat im letzten Jahrzehnt stark zugenommen.
Demzufolge beträgt der Anteil von Zahnärztinnen in der Altersgruppe bis 35 Jahren heute bereits
etwas mehr als 60%. Aus Sicht der zahnärztlichen Ergonomie ist dies eine interessante Entwicklung,
die besondere Aufmerksamkeit erfordert. Der Vortrag setzt sich mit einigen Aspekten dieser
Entwicklung auseinander.
Ausgangspunkt ist die Anthropometrie von Frauen im Vergleich zu Männern und deren Einfluss auf
die berufliche Tätigkeit von Zahnärztinnen. Hierbei kommen Aspekte wie Belastung, Belastbarkeit,
Stress und Work-Life Balance schnell ins Spiel, die in der Darstellung derer Konsequenzen für ein erfülltes
Arbeitsleben mündet. Abschließend zeigen die Ergebnisse der Studie von Karin Hjalmers
(2006) zum Thema "Good work for dentists-ideal and reality for female unpromoted general practice
in a region of Sweden" wie die Arbeitsbedingungen von Zahnärztinnen im Angestelltenverhältnis darauf
Einfluss nehmen.
Der Vortrag zeigt, dass es sich bei den Zahnärztinnen tatsächlich um eine Gruppe handelt, die unsere
besondere Aufmerksamkeit verdient!
09:50-10:20
Die physischen Auswirkungen des Sitzens sind vielfältig und individuell unterschiedlich ausgeprägt. Die
Sitzhaltung hängt in großem Maße von der Konstitution, Kondition und dem Geschlecht ab. Der
Vortrag betrachtet im Ansatz genderdifferenziert die Funktion des Beckenbodens während der
zahnärztlichen Tätigkeit
Wie unterschiedlich wirkt sich bei Mann und Frau die sitzende Tätigkeit auf den Körper aus? Gibt es
genderspezifische Merkmale? Welche Maßnahmen korrigieren nachhaltig die gewohnte Sitzhaltung?
Lassen sich die beanspruchten Strukturen durch Training entlasten? Welche technischen
Möglichkeiten bieten sich zur Unterstützung an?
14:00-14:45
Mitgliederversammlung AGEZ
Session der DGL (Spektrum 2)
Deutsche Gesellschaft für Laser-Zahheilkunde (DGL)
09:00-12:00
Programm der DGL folgt
DGZ, DGR2Z, DGET, DGPZM (Freitag) (Fantasie 1)
Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung e.V. (DGZ), Deutsche Gesellschaft für Restaurative und Regenerative Zahnerhaltung (DGR2Z), Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie (DGET), Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM)
11:00-11:30
Dr. Cornelia Frese
Wir werden so alt wie nie zuvor: Welchen präventiven Bedarf haben wir in der Zukunft zu erwarten?
11:30-12:00
PD Dr. Sebastian Bürklein
Cone Beam CT - Endodontology enters 3rd dimension
12:00-12:30
Dr. Matthias Widbiller
Pathologie und Management von Wurzelresorptionen
Session der TagRegMed + AfG (Spektrum 2)
13:00-13:50
Prof. Dr. James Deschner
Parodontitis und Adipositas - Assoziation, Pathomechanismen und klinische Konsequenzen
13:50-14:10
Dr. Annika Döding
Vortrag AfG-Staumann-Preisträgerin "Bestes Poster": Was haben unspezifische zelluläre Veränderungen im Alter mit dem Verlauf einer Parodontitis zu tun?
14:10-14:30
PD Dr. Tobias Fretwurst
Vortrag AfG-Elmex-Preisträgers "Bester Vortrag": Makrophagenpolarisation in der Periimplantitis
15:00-15:50
Dr. Önder Solakoglu MCD, MSc
Die Verwendung von autologen, unmodifizierten Stammzellen und Platelet-rich-growth factors bei der intraoralen, präimplantologischen Knochenaugmentation - was wissen wir, was können wir?
15:50-16:40
Dr. Paul Weigl
Minimalinvasive Sofortimplantation und -versorgung nach dem "Socket Chamber Concept"
16:40-17:30
Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets
Neue Biomaterialien/ Implantatoberflächen/ 3D-Druck - wo geht die Reise hin im Hart- und Weichgewebsmanagement?
17:30-17:40
Session der DGOEV (Fantasie 1)
13:30-15:00
Programm DGOEV folgt
Update Oralpathologie (Fantasie 1), Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Kramer
Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG), Arbeitsgemeinschaft für Kieferchirurgie (AGKI)
15:30-17:30
Programm DGMKG+AGKi folgt
Session des AK PP (Fantasie 2)
Arbeitskreis Psychologie und Psychosomatik in der DGZMK (AK PP)
09:00-11:00
Programm AK PP folgt
Session des AK Wehrmedizin (Fantasie 2)
Arbeitskreis Wehrmedizin
13:00-17:00
Programm AK Wehrmedizin folgt
Session der IAZA (Illusion 2)
Interdisziplinärer Arbeitskreis für Zahnärztliche Anästhesie (IAZA)
13:30-17:00
Programm der IAZA folgt
Samstag, 09.11.2019
Session der DGCZ + AG Keramik (Spektrum 1)
Deutsche Gesellschaft für Computergestützte Zahnheilkunde e.V. (DGCZ), Arbeitsgemeinschaft für Keramik in der Zahnheilkunde e. V. (AG Keramik)
09:00-13:30
Programm DGCZ+AG Keramik folgt
Seniorenzahnmedizin "to go" - aufsuchende Betreuung als erfolgreiche Ergänzung für meine Praxis? (Spektrum 2)
Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ)
10:00-10:30
Dr. Elmar Ludwig
Basics - Erste Schritte mit kleiner Lösung
10:30-11:00
Dr. Dirk Bleiel
Medium - Einfache Therapiekonzepte
11:00-11:20
Prof. Dr. Ina Nitschke, Hansmartin Spatzier, Dr. Angela Stillhart
XXL - Mobiles im größeren interdisziplinären Konzept
11:20-11:40
Dr. Cornelius Haffner
Neue BEMA Positionen 174a, 174b und 107a - Umsetzung für den Praktiker
11:40-11:55
Dr. Michael Weiss
Vom Alginat bis zur Zange: Was brauchen wir für mobile Einsätze?
11:55-12:00
Prof. Dr. Ina Nitschke
Abschluss-Diskussion zur Umsetzung in der Praxis
DGZ, DGR2Z, DGET, DGPZM (Samstag) (Spektrum 2)
Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung e.V. (DGZ), Deutsche Gesellschaft für Restaurative und Regenerative Zahnerhaltung (DGR2Z), Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie (DGET), Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM)
12:00-12:30
Prof. Dr. Wolfgang Buchalla
Nie mehr schichten in der direkten Füllungstherapie? Neue Materialien und Möglichkeiten
12:30-13:00
Dr. Uwe Blunck
Entwicklung der Adhäsivsysteme - Meilensteine der letzten 30 Jahre
13:00-13:30
Dr. Anne-Katrin Lührs
Licence to Fill - Restaurative Konzepte mit Teflonband
Geschichte und Aufarbeitung der Zahnmedizin im Nationalsozialismus (Conclusio 1), Dr. Wibke Merten, Prof. Dr. mult. Dominik Groß
Arbeitskreis Geschichte der Zahnheilkunde (AKGZ), Arbeitskreis Ethik in der DGZMK (AK Ethik)
09:00-09:25
Studien zur Verstrickung einzelner Berufsgruppen in die Verbrechen des "Dritten Reiches" haben Konjunktur. Dies gilt auch für die Gruppe der Ärzte und die Frage, inwieweit diese nach 1945 vor Gericht gestellt wurden. Kaum betrachtet wurde diese Fragestellung dagegen für die deutschen Zahnärzte - insbesondere, weil man sie nicht unter den Kriegsverbrechern wähnte.
Ebendiese Forschungslücke will der Vortrag schließen. Dabei stehen die folgenden Fragen im Fokus: Wie viele Zahnärzte wurden tatsächlich als Kriegsverbrecher angeklagt? Wie lassen sich die betreffenden Zahnbehandler soziodemografisch beschreiben? Vor welchen Gerichten mussten sie sich verantworten und zu welchen Zeitpunkten? Wegen welcher Vergehen standen sie vor Gericht, mit welchen Strafen wurden sie belegt und wie wirkten sich die Urteile auf den weiteren Lebensweg aus?
09:25-09:50
Der Vortrag widmet sich dem Zahnarzt und Dentistensohn Hermann Pook (1901-1983). Pook war 1947 im "Fall 4" der Nürnberger Prozesse zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Der ehemalige SS-Obersturmbannführer und Vorgesetzte der Konzentrationslager-Zahnärzte war der einzige in Nürnberg angeklagte Zahnarzt.
Im Mittelpunkt der Betrachtung steht Pooks Beteiligung an den Verbrechen der NS-Zeit sowie seine Rolle innerhalb der SS. Ein weiteres Augenmerk gilt der Nachkriegszeit, in der Pook Kontakte zu ehemaligen SS-Kameraden pflegte und sich mit weiteren Angeklagten und Zeugen bezüglich der Aussagen in verschiedenen Gerichtsverfahren besprach. Zudem gilt es zu klären, wie es Pook gelang, kurz nach seiner Haftentlassung aus dem Kriegsverbrechergefängnis Landsberg eine Wiederzulassung als Zahnarzt zu erhalten und eine neue Privatpraxis aufzubauen.
09:50-10:15
Der Vortrag richtet den Fokus auf den Kreis der Zahnärzte, die (1) zur Zeit des "Dritten Reiches" bereits in ihrem Beruf tätig waren und (2) im Nachkriegsdeutschland (bis 1980) von zahnärztlichen Fachgesellschaften zu Ehrenmitgliedern erhoben wurden. Konkret untersucht er die Rolle dieses besonders prominenten zahnärztlichen Kollektivs im Nationalsozialismus.
Die prosopografische Studie fußt vor allem auf (z.T. erstmals gesichteten) Archivalien.
Ingesamt konnten 91 Ehrenmitglieder ermittelt werden, die bereits vor 1945 ihren Beruf ausübten. Im Vortrag wird dargestellt, wie viele dieser Personen im "Dritten Reich" Mitglied der NDSAP waren, wie viele sich politisch neutral verhielten und wie viele in jener Zeit Repressionen erlitten ("NS-Opfer"). Die vorgestellten Ergebnisse werden an Einzelbeispielen diskutiert und vertieft.
10:15-10:45
Knapp fünf Monate nach Hitlers Machtübernahme - am 24.06.1933 - trafen 38 zahnärztliche Hochschullehrer in Leipzig mit dem neu ernannten nationalsozialistischen Reichszahnärzteführer Ernst Stuck zusammen. Bei diesen Hochschullehrern handelte es sich gewissermaßen um das "Who is Who" der deutschen universitären Zahnheilkunde. Bei jenem in der Forschung bislang unbeachteten Treffen erklärten die Teilnehmer ihre Entschlossenheit, "unter völliger Anerkennung einer einheitlichen Führung und des Autoritätsprinzips [...] die großen Aufgaben zu lösen, die auch die deutsche Zahnärzteschaft im neuen Reich zu erfüllen habe."
Die dem Vortrag zugrunde liegende Studie beschäftigt sich mit ebendieser Personengruppe. Sie untersucht (1) das Verhalten der Einzelpersonen im "Dritten Reich" bzw. ihr Verhältnis zum Nationalsozialismus und (2) ihre Karriereverläufe sowohl in der Zeit zwischen 1933 und 1945 als auch im Nachkriegsdeutschland.
10:45-11:15
Pause
11:15-11:40
Der Vortrag beschäftigt sich mit dem Zahnarzt Wilhelm Kessler, Obersturmbannführer in der Dienststelle Reichsarzt SS. Hintergrund der Analyse ist der Umstand, dass zu seiner Person ein vollständiger Nachlass (mit Tagebüchern und Briefen) vorliegt, der für die Präsentation erstmals ausgewertet werden konnte.
Ziel des Referates ist es dementsprechend, über die Auswertung der besagten Primärquellen (und der ergänzend rekrutierten Sekundärliteratur) Kesslers Motivation für die Unterstützung der NS-Bewegung auszuleuchten und in den soziopolitischen Kontext einzubetten.
11:40-12:05
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden jüdische, jüdischstämmige und politisch missliebige Zahnärztinnen und Zahnärzte in Deutschland diskriminiert, aus dem Beruf gedrängt und verfolgt. Im Rahmen dieses Beitrages stellen wir vorläufige Ergebnisse aus einem ab 2016 gemeinsam von der Bundeszahnärztekammer, Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und DGZMK geförderten Forschungsprojekt vor. An exemplarischen Beispielen zeichnen wir Schicksale von Emigration, Untertauchen in Deutschland und Suizid nach. Durch das Erinnern an vertriebene Kolleginnen und Kollegen erhalten sie so eine späte Würdigung durch die deutsche Zahnärzteschaft.
12:05-12:30
Die Karriere des Zahnmediziners und langjährigen Chefredakteurs des "Swiss Dental Journal" André Schroeder (1918-2004) ist in mehrfacher Hinsicht einzigartig. Vor genau 40 Jahren erreichte sie mit dem Amt des Rektors der Universität Bern ihren Höhepunkt - Schroeder war der erste Zahnarzt in der Schweizer Universitätsgeschichte, der diese höchste Stufe der universitären Karriereleiter erklomm. Doch das Rektoramt war nicht seine erste Pionierleistung: zuvor war er bereits als erster Ordinarius (1967) und Dekan (1971) aus den Reihen der Zahnmediziner hervorgetreten. Zudem trat er vor nahezu 40 Jahren als Gründer des ITI hervor, welches sich zur weltweit agierenden implantologischen Gesellschaft entwickeln sollte.
Der Vortrag nimmt die besagten Jubiläen zum Anlass, (1) die Karrierestationen André Schroeders nachzuzeichnen und sie (2) in den fach- und hochschulpolitischen Kontext ihrer Zeit einzubetten. In diesem Zusammenhang gilt es (3) zu klären, inwieweit und mit welchen Mitteln der Pionier Schroeder auf die Professionalisierung der universitären Zahnheilkunde in der Schweiz Einfluss nahm.
12:30-13:00
Prof. Dr. mult. Dominik Groß
Verleihung des "Dental Ethics Awards 2019" Laudatio und Vortrag der/s Preisträger/s/in über die ausgezeichnete Publikation
Session des AK EPZ (Conclusio 1)
Arbeitskreis Ethno- und Paläozahnmedizin der DGZMK (AKEPZ)
14:00-15:30
Programm AK EPZ folgt
Session der AG ZMB (Conclusio 2)
Arbeitsgemeinschaft Zahnmedizin für Menschen mit Behinderung oder besonderem medizinischen Unterstützungsbedarf (AG ZMB) in der DGZMK (AG ZMB)
13:30-15:00
Programm AG ZMB folgt
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